Man lernt nie aus...

Agrarwirtschaftstudenten absolvieren Ausbilderlehrgang in Wöbbelin

Von: Anne

Während die meisten Studenten fleißig auf ihren Betrieben arbeiten, haben sich einige Kommilitonen dazu entschlossen, in den Semesterferien, ihren Ausbilderschein zu machen. Deshalb verbrachten wir zwei Wochen in Wöbbelin (bei Ludwigslust) und eigneten uns sehr viel Wissen über pädagogische Prinzipien und das richtige Lernen an. Viele konnten dabei auf ihre positiven und auch negativen, eigenen Erfahrungen während der Ausbildung zurückgreifen. Wenn uns dann am Nachmittag die Köpfe qualmten, erkundeten wir die Umgebung. In der ersten Woche fuhren wir zum Landesgestüt von Mecklenburg-Vorpommern in Redefin und waren beeindruckt, wie gut die alten, geschichtsträchtigen Gebäude genutzt und in Schuss gehalten werden. Doch leider hinterließ die deutsche Geschichte in diesem Landstrich auch dunkle Spuren. Bei Wöbbelin errichteten die Nationalsozialisten 1944 ein KZ-Außenlager. Daran erinnert heute ein Gedenkstein, den wir besuchten. In der zweiten Woche stellte uns einer der Lehrgangsteilnehmer, der bereits in der Landwirtschaft arbeitet, seinen Betrieb vor. Die GmbH in der Prignitz bewirtschaftet ca. 750 ha Ackerfläche und 250 ha Wald. Insbesondere die Holzwirtschaft war sehr interessant, da nur wenige von uns mit diesem Gebiet vertraut sind. Am vorletzten Tag haben wir dann noch einen Rundgang über den Betrieb der Familie Denissen in Wöbbelin gemacht. Sie bewirtschaften ca. 1600 ha, davon unter anderem ca. 900 ha Mais, 200 ha Roggen zur Produktion von Ganzpflanzensilage, 50 ha Spargel, 3-4 ha Gemüse und Erdbeeren im Gewächshaus. Den Mais und die Ganzpflanzensilage nutzen sie zur Fütterung ihrer 750 melkenden Holsteins plus Nachzucht und der 1.2 MW Biogasanlage. Die Abwärme wird zum Heizen der Gewächshäuser, der Werkstatt und der Betriebsgebäude verwendet. Im Hofladen und Restaurant wird ein Teil der hofeigenen Produkte selbst vermarktet. Zusätzlich betreibt die Familie zwei Eiscafés und verarbeitet dafür in der Hochsaison 600 l der hofeigenen Milch zu vielen verschiedenen Eissorten. All diese Ausflüge waren eine willkommene Abwechslung zum Ausbilderlehrgang, brachten uns einige neue Erfahrungen und regten zum Austausch untereinander an. Jetzt stehen uns noch die schriftliche Prüfung und eine praktische Lehrunterweisung bevor. Doch mit der guten Vorbereitung und den gewonnenen Erfahrungen während des Lehrganges, sollte das kein unüberwindbares Hindernis sein.

Hochschule Neubrandenburg

FB Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften
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