Modul Spezieller Pflanzenbau I Teil 2

Über die Exkursion in diesem Modul haben wir nun letzte Woche berichtet. Man muss jedoch nicht immer rausfahren, um Praxisorientiert zu lehren. Hier an der Hochschule Neubrandenburg gibt es viele Möglichkeiten praktische Versuche zu unternehmen.

Von: Lea

Ein sehr interessantes Beispiel hierfür ist der Versuch, wie sich Staunässe auf die Keimung von Weizen, Roggen, Hafer und Mais auswirkt. Dieser Versuch wurde in unterschiedlichen Temperaturbedingungen vollzogen. So stand die eine Hälfte im warmen Gewächshaus, welches auch nachts durch eine Heizung auf 18 Grad Celsius gehalten wird und die andere Hälfte im Freiluftbereich. Dieser Bereich wird durch ein Gittergerüst vor Vogelschäden geschützt, sodass diese die Ergebnisse nicht beeinflussen können. Die Samen wurden einmal in Idealtiefe von 3 cm abgelegt (für Mais leicht zu flach, aber noch vertretbar) und in 8 cm Tiefe, was deutlich zu tief ist. Dadurch sollte provoziert werden, dass der Ährenheber zum Vorschein kommt. Dieser ist in der Praxis unerwünscht, da dies ein Zeichen für eine zu tiefe Ablage ist und dem Keimling so wichtige Reservestoffe verloren gehen. Aber auch andere negative Effekte konnten so aufgezeigt werden, z.B. dass die tiefer gelegenen Samen wesentlich länger gebraucht haben, um an die Oberfläche zu gelangen. Ein weiterer Einfluss war, dass jeweils pro Art und Tiefe, eine Staunässe provoziert wurde. Es gab auch hier unterschiedliche Stufen. Ein Teil der Versuche wurde nur gegossen, ein zweiter bei 3 cm und der dritte bei 8 cm Staunässe gehalten.
Nach dem alle Kübel angelegt waren, ließen wir den Versuch 14 Tage lang wachsen. Nach diesen Tagen „zerfleischten“ wir die Kübel. Hierbei achteten wir auf den Auflauf der Samen, wie das Wasser sich auf die Wurzelbildung ausgewirkt hat und was sonst noch ins Auge fiel.

Schlussendlich kamen so 48 unterschiedliche Kombinationen zustande. Der größte Unterschied der zu erkennen war, war dass die Pflanzen im warmen Bereich deutlich mehr und schneller Blattmasse gebildet hatten. Nach vier Tagen waren hier bereits die Mehrheit der Körner durch die Oberfläche durchgebrochen. Bei dem Freiluftversuch waren nach den 14 Tagen immer noch nicht alle Körner aufgelaufen. Am deutlichsten konnte dieses am Mais gesehen werden.

Hochschule Neubrandenburg

FB Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften
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