Modul Spezieller Pflanzenbau I

Oft werden wir gefragt, ob das Studium in Neubrandenburg einen hohen Praxisanteil hat. Dies können wir ganz einfach beantworten: Ja!

Von: Lea

In dem Modul spezieller Pflanzenbau I beschäftigen wir uns genauer mit den Pflanzenarten Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Raps und Mais. Die vier Wochenstunden wurden am Anfang des Semesters aufgeteilt in zwei praxisorientierte Stunden und zwei Stunden in denen die Theorie vermittelt wird.

Über das gesamte Sommersemester 2018 begleiten wir einen Weizenschlag in der Nähe der Hochschule. Die Fläche wird von einem konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet und mit einer 3-jährigen Fruchtfolge geführt. Um zu erfahren, wie sich unterschiedliche Bodenbereiche auf das Pflanzenwachstum auswirken können, wurden im Vorfeld auffällige Bereiche durch Luftbilder notiert. Bei der ersten Exkursion zu dieser Fläche bonitierten die Studierenden die zehn bereits bestimmten Bereiche. Eine Bonitur ist eine qualitative und fachgerechte Beurteilung eines landwirtschaftlichen Betrachtungsobjekts. Sie hilft bei der Erhebung von Pflanzenmerkmalen.
Bei unserer Bonitur zählten wir die gesamten Triebe auf einen einem Meter Länge und notierten davon separat die starken Triebe. Durch diese Aufzeichnung kann ein realistischer Vergleich zwischen den Standorten gezogen werden. In diesem wird dann der Feldaufgang und die
Entwicklung der einzelnen Pflanzen aufgeführt.
Zusätzlich wurde der Boden auf seine Art untersucht. Die drei Hauptbestandteile des Bodens sind Sand, Ton und Schluff. Sie unterscheiden sich lediglich in ihrer Zusammensetzung. Durch die Zusammensetzung erhalten Böden die spezifischen Eigenschaften, z.B. kann ein toniger Schluffboden besser Wasser halten aber ist schwerer zu bearbeiten als ein toniger Sandboden. Um herauszufinden, was für eine Bodenart am jeweiligen Standort vorhanden ist, wurde mit einem Bodenprobennehmer bis zu einem Meter tief eine Bodenprobe entnommen. Die Probe wurde begutachtet und die Arten geschätzt. Anschließend wurden alle 10 cm die Böden in ein separates Glas gefüllt, damit die Abschnitte auf ihre prozentuale Feuchte untersucht werden konnten.

Für die Auswertung erstellten die Studierenden eine Grafik, welche den Feuchtegehalt aufzeigt. Das Triebwachstum wird noch weiter beobachtet. Dazu werden die Studierenden wahrscheinlich noch zwei weitere Male zur Fläche fahren und Auszählungen machen.

Hochschule Neubrandenburg

FB Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften
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17033 Neubrandenburg